Schueler

Wie Bühnenpräsenz funktioniert

Offenburger Tageblatt, Dienstag 19. Mai 2015

Die 13. Offenburger Theatertage starten morgen: Rund 350 Schüler  bekommen Impulse für ihren großen Auftritt. Für die Schüler wurden Dozenten aus der ganzen Republik verpflichtet.

Offenburg. Offenburgs Schüler machen Theater: Zum 13. Mal bietet die »Theater-Crew« um Theaterlehrer Joachim Prasser 18 Kurse an, in denen die Schüler erste Erfahrungen auf den Brettern der Welt sammeln, Hintergrundtechniken erarbeiten und von den Profis lernen können.

Bereits seit den ersten Schultheatertagen 1991 ist beispielsweise Schauspielerin Doris Merz aus Florenz dabei. Dieses Mal wird sie Oberstufenschülern etwas zur Bühnenpräsenz vermitteln. Momo Wiedemer kommt aus Berlin, um mit den Schülern den Weg »vom Spiel zum Schauspiel« auszuprobieren.

»Dass nicht nur schulisch gedacht wird, tut den Teilnehmern gut«, sagte Theaterlehrer Paul Barone. Theaterlehrerin Annette Müller sieht eine optimale Verzahnung: »Anschließend können die Schüler zur Jungen Theaterakademie oder umgekehrt.« Als Highlight führt die Junge Theaterakademie am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Salmen nochmals »My only Friend, the End« auf und zeigt, wie es nach der Schule mit dem Theater-Spielen in Offenburg unter anderem weitergehen könnte.

Klassiker im Theatertage-Programm sind die Kurse wie philippinische Stockkampfkunst mit Pia André und der Trommel-Workshop mit Peter Heidler.
Herta Haupt-Cucuiu sieht, dass die Teilnehmer nicht nur für die Theaterarbeit an der Schule profitieren, sondern auch darüber hinaus. Sie lernten »Präsenz, Auftreten, Selbstbewusstsein und Begegnung als Element, das sie auch im Unterricht einstreuen können«.
Eine Gruppe schnuppert in der »Maske« des Baden-Badener­ Theaters und erlebt dort, wie die Menschen sich durch Schminke verändern. Sie werden dann selbst erfahren, wie man dadurch von der Umwelt anders wahrgenommen wird. Dass ein extra Kurs für Förderschüler eingerichtet werden konnte, war am Ende noch ein Zufall.

Besonders interessant: Der »Tanzkrimi«, den die Kunstschule für Jungs anbot, war sofort ausgebucht. Und auch der »Tanz-Flashmob« im Klassenzimmer wurde erstaunlich gut nachgefragt, erklärte Prasser. Schnell sein musste man generell: Auch in diesem Jahr meldeten sich rund 150 Schüler mehr an, als die Kurse aufnehmen können. Ein umfangreicheres Programm anzubieten, sei aber kaum zu stemmen, sagte Prasser aus Erfahrung. Der personelle wie räumliche Aufwand sei dafür nicht zu leisten; zudem dürfen alle Kurse bei der Abschlusspräsentation einen fünfminütigen Werkstatt-Einblick geben. Und die darf nicht zu lange dauern, weil sonst Unruhe entsteht. Deshalb werden in diesem Jahr die Grund- und Unterstufenschüler ab 13 Uhr eine Kostprobe von ihrer Arbeit geben, die Mittel- und Oberstufe ist dann ab 14.30 Uhr dran. Moderieren wird die Abschlussveranstaltung Werner Jauch aus Tübingen.

Gefördert werden die Schultheatertage außer vom Regierungspräsidium (4500 Euro) und der Stadt (5000 Euro) zum dritten Mal auch vom E-Werk Mittelbaden (3000 Euro).

Theatertage
Freuen sich auf die Schultheatertage (von links): Paul Barone, Grimmelshausen-Gymnasium, Joachim Prasser, Anne-Frank-Schule, Annette Müller, Theaterlehrerin, Heike Westermann, Klosterschulen, Betty Wilke, Oken-Gymnasium, Anthea Götz, E-Werk Mittelbaden, Herta Haupt-Cucuiu, Schillergmynasium, und Carmen Lötsch, Fachbereichsleiterin Kultur.