Schueler

Viermal die Traumnote 1,0 erreicht

Abiturfeier in der Reithalle

In der festlich geschmückten Reithalle erhielten die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten des Oken-Gymnasiums am vergangenen Freitag ihre Abschlusszeugnisse. Angelehnt an das Motto „CABINO ROYALE – Ass im Ärmel, Abi in der Tasche“ bildete der Soundtrack des James Bond-Klassikers „Casino Royale“ den Auftakt der Feier.

Michaela Burger und Jonas Coers führten mit viel Humor durch den kurzweiligen Abend, der für Schulleiter Stefan Joost ein ganz besonderer war: Er verabschiedete den Jahrgang, den er vor acht Jahren als ersten in seiner Funktion als Schulleiter an der Schule begrüßen durfte. „Ich bin stolz auf Sie“, so Joost in seiner Rede, an die Abiturienten gewandt. Es sei nämlich in keinem Fall so gewesen, dass die schulischen Leistungen – hier spielte er auf das Jahrgangsmotto an – Ergebnisse eines Glücksspiels waren. Die Jugendlichen hätten stets ein „gutes Blatt auf der Hand“ gehabt und das Beste daraus gemacht. Ausdrücklich dankte der Schulleiter an dieser Stelle dem gesamten Team des Oken-Gymnasiums und den Eltern, die über so manche Hürde hinweggeholfen hätten. Joost wünschte den jungen Erwachsenen, stets bereit für Veränderungen zu sein und diese auch aktiv herbeizuführen und mitzugestalten. Wer nicht am einmal Erreichten festhalte, könne sich in viele Richtungen entwickeln. Wichtig hierfür sei es, sich bewusst zu machen, was man erreichen und wofür man sich einsetzen wolle – und sich nicht ausschließlich auf das zu konzentrieren, was man ablehne. So könnten die eigenen Fähigkeiten und Talente stets weiterentwickelt werden, die, so Joosts Wunsch, im Bewusstsein der Verantwortung für sich und andere eingesetzt werden sollten. Jede Entscheidung habe schließlich auch Auswirkungen auf die Mitmenschen. „Seien Sie neugierig und fragen Sie sich, was Sie tun können“, legte der Schulleiter seinen Schützlingen abschließend ans Herz.

Claus Walter sprach für die Elternschaft der Abiturientinnen und Abiturienten. Die „ganz persönlichen Superhelden“ ihrer Eltern haben, so Walter, ihr Filmprojekt am „Casino Oken“ mit dem Abitur erfolgreich abgeschlossen. Der Streifen habe mit dem völlig unerwarteten, bedrohlichen Kapitel eines unbekannten Autors, Covid 19, wahre „Thriller-Qualitäten“ gehabt. Das Ass im Ärmel, das seien die Eltern gewesen, die in den „Drehpausen“ Brote geschmiert und die Daumen gedrückt haben, aber auch das gesamte Team des Oken-Gymnasiums, dem Walter aufs Herzlichste dankte. Die besondere Erfahrung, die der diesjährige Abitur-Jahrgang habe machen müssen, sei ebenfalls wie ein „Ass im Ärmel“: Sie stärke fürs Leben, das, so Walters Hoffnung, die Jugendlichen zielstrebig, aber nicht rücksichtslos gestalten mögen. Walters Wunsch, in Anlehnung an Goethe: „Kenne dein Wurzeln, aber nutze deine Flügel!“

Eva Szombati und David Augustin blickten stellvertretend für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in ihrer Rede auf die zu Ende gehende Schulzeit zurück. Am Pokertisch sitzend, erinnerten sie sich an so manche „wirklich ernste Pokerrunde“. „Five to survive“ sei für manche Spieler Mindesteinsatz und Leitspruch zugleich gewesen. Nicht selten sei um jeden Punkt gepokert worden, auch der eine oder andere Bluff sei dabei gewesen. Dann jedoch kam das, was Pokerspieler „Big Blind“ nennen – der große Unbekannte, Corona. Das Spiel musste nun online weitergespielt werden, obwohl doch Online-Glücksspiel verboten sei, außer in Schleswig-Holstein … Die Reminiszenz an die bekannte Glücksspiel-Werbung sorgte für so manchen Lacher im Publikum. Trotz erschwerter Bedingungen habe die Taktik „All in“ zum persönlichen „Royal Flush“ geführt und ihre Mission sei jetzt beendet, das Abitur geschafft. Nun beginne das Spiel von vorne. Der entscheidende Unterschied zwischen Pokerspiel und dem Leben: Letzteres sei kein Spiel, das man als Einzelner gut spielen könne. Szombati und Augustin zeigten sich deshalb dankbar dafür, dass das „Oken-Casino“ sie zu „Teamplayern“, zu „Spielern des wahren Lebens“ geformt habe.

In der anschließenden Preisverleihung wurden hervorragende Leistungen der Abiturientinnen und Abiturienten ausgezeichnet. Auch die beste Gesamtleistung wurde geehrt, wobei es hier gleich viermal die Traumnote 1,0 zu feiern gab. Schulleiter Stefan Joost und sein Stellvertreter Sören Grebenstein zeigten sich tief beeindruckt von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler und gratulierten von Herzen. Der Vorsitzende des Freundes- und Fördervereins des Oken-Gymnasiums, Dr. David Gutmann, verlieh zwei Schülern einen Preis für herausragendes soziales Engagement. „Wir brauchen keine Marvel-Superhelden“, so Gutmann in Anspielung auf den „Superman“, den er als Spielzeugfigur mit auf die Bühne gebracht hatte, „so lange das Oken Schüler wie Finn Heitzmann und David Augustin hat!“

Schülersprecherin Katrin Manshardt dankte im Namen der SMV den scheidenden Mitgliedern Sina Walter, Anna Böhme, Finn Heitzmann und David Augustin. Über viele Jahre hinweg haben sich die vier für das Oken engagiert und zahlreiche Projekte initiiert und umgesetzt. Sie seien, so Manshardt, nicht zuletzt für sie selbst die Motivation gewesen, sich zu engagieren und als Schülersprecherin Verantwortung zu übernehmen.

Zwischen den Redebeiträgen sorgten musikalische Darbietungen für einen stimmungsvollen Rahmen. Unter der Leitung von Musiklehrerin Rebecca Tüttelmann spielte das Orchester des Oken-Gymnasiums den Tango „La cumparsita“ von Gerardo Matos Rodríguez und weckte in so manchem Zuschauer die Lust zu tanzen. Die Abi-Band begeisterte mit ihrer Interpretation des Toten-Hosen-Klassikers „Tage wie diese“ und sorgte mit einer eigenen Version von „Lass uns gehen“ der Band Revolverheld für ausgelassene Stimmung und Standing Ovations in der Reithalle. Max Benz (Gitarre), Milena Wälde (Klavier), Joshua Tellechea (Schlagzeug, Cajon) sowie Michael Kümmeth, Julija Anikina und Hannah Flad (Gesang) brachten ihre Erfahrung der letzten Jahre auf den Punkt: „Zwölf Jahre Schule sind jetzt vorbei / Sind wir nicht alle längst schon müde des Lernens / Die Tests, die Klausuren / Habt ihr das nicht satt?“. Immer erreichbar zu sein über E-Mail und Moodle, das habe nun endlich ein Ende. Auch sie dankten den Unterstützern („Jetzt woll’n wir alle mal ’nen großen Applaus / Für all unsre Lehrer, die hinter uns stehn“) und formulierten einen großen Wunsch: „Lass uns hier raus – Richtung Studium, Arbeit und Feiern …“

Feiern – in Zeiten von Corona nur mit Einschränkungen möglich. Aber immerhin: Die Feier in der Reithalle setzte einen glanzvollen Schlusspunkt unter das erfolgreich verfilmte Drehbuch des diesjährigen Oken-Abiturjahrganges.

I. Walter

Preisträgerinnen und Preisträger:

Bestes Gesamtergebnis:

David Augustin, Samuel Schäfer, Adrian Eckstein, Benedikt Hambsch (alle vier haben die Traumnote 1,0 erzielt)

Joelle Hurst (1,1), Leon Hambrecht (1,2), Anastasia Nenaschew (1,3)

Scheffel-Preis für die beste Leistung im Fach Deutsch: Anastasia Nenaschew

Englisch: Fiona Ogunmuyiwa

Französisch: Joelle Hurst

Spanisch: Anastasia Nenaschew

Geschichte: Luca Tappe

Gemeinschaftskunde: Leon Hambrecht

Südwestmetall Schulpreis Ökonomie: Samuel Schäfer

Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung: David Augustin, Adrian Eckstein

Preis der Volksbank (Mathematik): Samuel Schäfer

Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: David Augustin, Adrian Eckstein, Samuel Schäfer, Simon Grumer, Benedikt Hambsch

Ferry-Porsche-Preis (Mathematik / Physik): Samuel Schäfer

Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Finn Heitzmann

Fachpreis Biologie: Leon Hambrecht

Alfred-Maul-Gedächtnismedaille (Sport): Benedikt Hambsch

Landessportpreis: Benedikt Hambsch

Preis für besonderes Engagement für den Handball: Luis Oberle

Preis für besonderes Engagement im Schulleben: David Augustin, Finn Heitzmann