Schueler
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Thementage 2012

Aufwühlende Thementage der  9a am Oken im Juli 2012:

Juden im Nationalsozialismus – eine Geschichte unvorstellbaren Unrechts!

Offenburg. Unter dem Thema: Juden im Nationalsozialismus setzten sich die Schüler der Klasse 9c  drei Tage lang mit einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auseinander. Die Gelegenheit dazu bot sich im Rahmen der drei Thementage des Oken-Gymnasiums im Juli 2012. Nicht trockene Stoffvermittlung im Klassenzimmer, sondern intensive Auseinandersetzung mit diesem zwar heiklen, aber spannenden Thema vor Ort an ausgesuchten Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts machten die drei Tage zu einem nicht immer angenehmen, aber doch unvergesslichen Erlebnis.

Unter Leitung ihres Geschichtslehrers verbrachten die Beteiligten ihre Unterrichtszeit zum größten Teil außerhalb der Schule, meist auf Exkursionen ins Elsass und in die südliche Ortenau. Erstes Ausflugsziel war dabei Struthof in der Nähe von Natzweiler im Elsaß, ein von den Nazis angelegtes, von Frankreich später als Mahnmal für Brutalität und Grausamkeit des  NS-Terrors erhaltenes Arbeitslager. Als besonders eindringlich wird der dabei spürbare Kontrast zwischen der  herrlichen Bergwelt der Vogesen und dem grausamen Lagerleben der dort unschuldig eingepferchten und drangsalierten Insassen in Erinnerung bleiben. Bei der abschließenden Besichtigung der „Feste Wilhelm II.” im elsässischen Mutzig, einer Befestigungsanlage, die zu Kaiser Wilhelms Zeiten als unüberwindliches Bollwerk gegen den „ewigen” Erbfeind Frankreich geplant und für sündhaft viel Geld erbaut worden war, erhielten die Oken-Schüler einen sehr anschaulichen Einblick in die damals  hypermoderne Festungsarchitektur des nach Weltgeltung lechzenden Deutschen Kaiserreiches.ges_thementage2012_1

 

Am zweiten Tag ging es mit Bahn und Fahrrad ökologisch und sportlich in die südlichen Gefilde der Ortenau. Objekt der Begierde war hier vor allem die guterhaltene Synagoge in Kippenheim. Im neoromanischen Stil um 1852 fertiggestellt überraschte das jüdische Gotteshaus durch seinen unerwartet guten Erhaltungszustand. In der sogenannten „Reichskristallnacht” von NS-Schergen schwer in Mitleidenschaft gezogen und angezündet, verdankt das inzwischen als Ausstellungsraum genutzte Gebäude sein Überleben der damaligen Angst der Bevölkerung vor dem Übergreifen des Feuers auf die Häuser in der Nachbarschaft. Schlusspunkt des dreitägigen Exkursionsmarathons bildete der Abstecher zum imposanten Judenfriedhof in Schmieheim, einem Ortsteil von Kippenheim. Diese vor mehr als 300 Jahren gegründete Friedhofsanlage, die  über 2500 verstorbenen Juden eine letzte Ruhestätte bietet, bildete einen gelungenen und stimmungsvollen Abschluss  für drei Tage intensive Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte  in der „Nazi”-Zeit.

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Norbert Wickert