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Stadtlauf 2012

„Viele wollen schneller als ihr Sportlehrer sein”

Das Oken-Gymnasium nimmt mit 150 Schülern am Stadtlauf teil

Am Sonntag findet der 18. Offenburger Stadtlauf statt. Wie in jedem Jahr stellt auch dieses Mal das Oken-Gymnasium die vermutlich größte Mannschaft. 150 Schüler werden dann mit Sportlehrer Lutz Rolker an den Start gehen, der die Tradition, die vor sieben Jahren von Frank-Michael Müller ins Leben gerufen wurde, fortführt.

Die Beine brennen, die Lunge schmerzt, und manch einer macht den Anschein, als hätte er keine große Lust mehr – trotzdem rennen die Schüler in den dunkelblauen Oken-Trikots tapfer weiter.

Solche oder ähnliche Szenarien spielen sich alljährlich beim Offenburger Stadtlauf ab. Die dunkelblauen Oken-Trikots werden dabei von Jahr zu Jahr knapper. Knapp 150 Anmeldungen von seinen Schülern durfte Sportlehrer Lutz Rolker diese Woche vermelden. Das ist in den all den Jahren, in denen das Oken-Gymnasium schon am Stadtlauf teilnimmt, absoluter Teilnehmerrekord. „Ursprünglich hatte ich mit 80-120 Anmeldungen gerechnet”, zeigt sich Rolker überwältigt. Dabei ist es keine Pflicht für die Schüler, teilzunehmen: „Es wird positiv vermerkt, wenn jemand teilnimmt, aber zwingen können wir keinen. Die Sportprofiler können den Stadtlauf aber als Ausdauernote geltend machen.” Das kommt auch bei den Schülern so an: „Ich nehme lieber am Stadtlauf teil, da es viel motivierender ist, in einer großen Gruppe und mit all den Zuschauern im Rücken zu laufen, als im Stadion Runden zu drehen.”, sagt Abiturientin Hannah Rüber. Wie sie werden alle Schüler ab Klasse acht die 7,5 km-Strecke bewältigen, während die Jüngeren die 1000m beim Lauf der Offenburger Schulen in Angriff nehmen.

„Als Sportprofil-Schule ist es beinahe unsere Pflicht, am Stadtlauf teilzunehmen, aber für die Schüler ist das Wettkampffeeling vor Publikum wohl der Hauptgrund für die Teilnahme. Doch auch unter gesundheitlichen Aspekten ist der Lauf gut: so ist Ausdauersport gut für die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und den Stressabbau.”, erinnert Rolker an die positiven Aspekte des Laufens. Für Mark Gert, der die zwölfte Klasse besucht, steht der Spaß im Vordergrund: „Joggen war schon immer mein Hobby, da man um sich herum alles vergessen kann. Da ich in letzter Zeit kaum dazu komme, will ich am Sonntag vor allem Spaß haben und mich von den Zuschauern anfeuern lassen.”

Zustande kam die erste Teilnahme des Oken-Gymnasiums durch eine Anfrage Dieter Roths beim ehemaligen Sportlehrer Frank-Michael Müller. Der begeisterte Triathlet war sofort Feuer und Flamme: „Es war selbstverständlich für uns, teilzunehmen. Durch Dieter Roths freundliche und kollegiale Art konnte man ihm nie ein Angebot ausschlagen. Die stets perfekte Organisation hat dazu geführt, dass der Stadtlauf einen festen Platz im Terminkalender hat, und ich bewundere die Entwicklung, die die Teilnehmerzahlen nehmen. Zu Beginn waren wir mit lediglich 30 Schülern am Start.” Ein Schnippchen konnte er den Oken-Läufern vor zwei Jahren schlagen, als er mit seiner neuen Schule, dem Erasmus-Gymnasium in Denzlingen, erfolgreicher war als die Lokalmatadoren: „Als leidenschaftlicher Ausdauerfreund habe ich keine Probleme, Mitläufer zu motivieren. Für meine 50 Schüler war es ein tolles Erlebnis, auch da wir trotz der Tatsache, dass wir keine Offenburger Schule sind, mit T-Shirts ausgestattet wurden”, bedankt sich Müller bei den Organisatoren.

In diesem Jahr kann das Team Oken jedoch beruhigt an den Start gehen, da Müller mit seinen Schülern beim Schluchsee-Lauf antreten wird: „Ich werde wieder mit allen Oken-Läufern mitfiebern.”

Dass die Teilnahme für viele Schüler gute Noten gibt, ist jedoch nicht immer ausschlaggebend für die Teilnahme. „Letztes Jahr konnte ich nicht teilnehmen, da ich mit der Handball-Schulmannschaft in Berlin war, aber jetzt will ich schauen, ob ich die 7,5 km wie vor zwei Jahren nochmals ohne Pause bewältigen kann”, verrät Luisa Tschopp ihre persönliche Motivation für die zweite Teilnahme.
„Wir wollen die sportlichste Schule in Offenburg sein, was aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wahrscheinlich ist.”, gibt Lutz Rolker die Marschroute vor. Dabei laufen nicht nur die Schüler beim Stadtlauf mit, auch Rolker selbst wird zum zweiten Mal an den Start gehen: „Letztes Jahr bin ich die erste Runde locker angegangen, doch dann hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich laufe mehr für die Schüler mit als für mich. Schließlich soll es ja viele geben, die schneller sein wollen als ihr Sportlehrer.”, schmunzelt Rolker.

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Nico Feißt

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