Schueler

Schüler kämpfen auf vier Rädern um Punkte

Offenburger Tageblatt, 22. April 2015

Unter dem Motto »Behindertensport macht Schule« haben die Sportprofilschüler des Oken-Gymnasiums der achten bis zehnten Klassen eine sportliche Erfahrung der besonderen Art gemacht: Sie lernen Rollstuhlbasketball als Sportart kennen.
Nicht auf den eigenen Beinen stehen zu können und dennoch sportlich aktiv zu sein, ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar. Wie es ist, sich in einem Rollstuhl fortzubewegen, haben die Schüler des Oken-Gymnasiums am vergangenen Freitag im Sportunterricht selbst erfahren können.

Bereits vor sechs Jahren wurde das Projekt »Behindertensport macht Schule« ins Leben gerufen. Bisher machte das Projekt an rund 300 Schulen Station und war erstmals an einer Offenburger Schule zu Gast. Die Sportprofilschüler des Oken-Gymnasiums hatten in einer jeweils 90-minütigen Sportstunde die Gelegenheit, die Sportart Rollstuhlbasketball kennenzulernen und ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit einem Rollstuhl zu machen.

Zu Beginn wurde den Schülern anhand eines Kurzfilms über die Paralympics vor Augen geführt, dass man trotz Handicaps sportliche Höchstleistungen erbringen kann. Kurz darauf saßen die Schüler selbst im Rollstuhl und machten ihre ersten, zunächst noch vorsichtigen Rollversuche.

Schnell eingewöhnt

Schnell gewöhnten sich die Jugendlichen an das Sportgerät, wurden immer versierter im Umgang mit dem Rollstuhl und trainierten die veränderten Pass- und Wurftechniken aus der sitzenden Position. Den Abschluss der Stunde bildete ein Rollstuhlbasketballspiel, bei dem in verschiedenen Teams um den Ball und um Punkte gekämpft wurde.

Geleitet wurde die Sportstunde von Marco Hopp, dem ehemaligen Juniorennationaltrainer im Behindertenbasketball, der extra aus Heidelberg angereist war, wo er aktuell in der zweiten Bundesliga trainiert. Beeindruckt waren die Jugendlichen auch vom zweiten Referenten, Holger Kimmig, der als aktiver Schwimmer mehrfach bei den Paralympics, bei Welt- und Europameisterschaften glänzen konnte.

Ziel des Projektes ist es laut den Verantwortlichen der Schule, den Schülern einen Einblick in das Leben von Menschen mit Behinderung zu geben und sie so für die Lebensbedingungen dieser Menschen zu sensibilisieren. Gerade durch die selbst gemachten Erfahrungen und die unmittelbare Begegnung durch den Sport würden Hemmungen abgebaut. »Wenn wir es schaffen, dass die Jugendlichen dadurch für Menschen mit Handicap sensibilisiert werden, diese Menschen wahrnehmen und in Zukunft zum Beispiel einem gehbehinderten Menschen die Tür aufhalten, dann haben wir ein großes Ziel erreicht«, betonte Marco Hopp.

Und dass man trotz Handicaps vielfältige Sportmöglichkeiten hat, konnten die Schüler selbst erfahren. »Morgen wird euch ein Muskelkater an die heutige Sportstunde erinnern«, prophezeite Marco Hopp den jungen Sportlerinnen und Sportlern. Aber mit Sicherheit wird das nicht die einzige Erinnerung der Schüler an diese Sportstunde der besonderen Art bleiben.

Rollstuhlbasketball

Wie fühlt es sich an, im Rollstuhl Sport zu betreiben? Diese Erfahrung haben Schülerinnen und Schüler des Oken-Gymnasiums gemacht.