Schueler

Polen-Austausch 2017

Der Polen-Austausch 2017– dieses Jahr etwas anders

Zunächst hatte es so ausgesehen, als würden die Schüler des Oken-Gymnasiums dieses Jahr keinen Austausch mit Offenburgs Partnerstadt Olsztyn machen können. Denn bei der Partnerschule, dem 3. Liceum (Oberschule) in Olsztyn hatten fast alle der für den Austausch angemeldeten Schüler wegen schlechter Noten die Schule verlassen müssen. So sah sich die Deutschlehrerin dort gezwungen, den Austausch im Jahr 2017 abzusagen. Der am Oken für den Austausch mit Olsztyn zuständige Lehrer wollte jedoch nicht einfach aufgeben. So fand  die Austauschfahrt als Studienreise von Offenburg nach Olsztyn doch statt. Neben dem Schulbesuch und einem gemeinsamen Projekt mit Schülern des 1. Liceums in Olsztyn waren jetzt aber auch Museumsbesuche in Warschau (Nationalmuseum, Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN), Olsztyn (Burg, Mendelsohn-Haus und Grunwald) und Danzig (Museum des 2. Weltkiegs, gerade erst vor 4 Wochen eröffnet!) Schwerpunkte der einwöchigen Reise.

Hier die Berichte der 4 Schülerinnen und Schüler, die mit dabei waren, über 4 wichtige Höhepunkte der Fahrt:

 

In der Zeit in Polen haben wir viele neue Eindrücke über das jüdische Leben in Warschau sammeln dürfen. Wir besichtigten unter Anderem das neue jüdische Museum in Warschau. Die gut gestaltete Dauerausstellung zeigte: „Weder wäre Polen ohne die Geschichte der Juden denkbar noch die Geschichte der Juden ohne das historische Polen“. Das POLIN-Museum befindet sich auf dem Gelände des früheren Warschauer Ghettos, was für die Menschen heute noch eine große historische Rolle spielt. Ein weiterer interessanter Ort zum Judentum in Warschau ist der jüdische Friedhof im Stadtviertel Powatski, er zählt zu den größten jüdischen Friedhöfen in Europa. Auf über 30 ha befinden sich ca. 200.000 Grabstätten mit Grabsteinen, von denen wir uns einen kleinen Teil näher ansehen konnten. Interessant zu erwähnen ist, dass wir männlichen Besucher eine Kopfbedeckung tragen mussten, Frauen dagegen nicht. Das ist ein jüdischer Brauch. Herr Koller hat uns dort noch einiges über die Geschichte des Judentums erzählt, was die Besichtigungen sehr spannend und lehrreich machte. ( Levin-Lou)

An unserem dritten Tag in Warschau schoben wir einen Programmpunkt ein, der vorher eigentlich nicht eingeplant gewesen war. Wir besuchten eine Demonstration der Organisation ,,Pulse of Europe“, welche zum ersten Mal in Warschau stattfand. In der Erwartung, auf eine große Menschenmasse zu stoßen, suchten wir den Versammlungsplatz vor dem polnischen Parlament Sejm auf. Als wir schließlich ankamen hieß uns nur eine kleine, jedoch sehr starke und liebevolle Gruppe von Menschen herzlich willkommen. Man war äußerst überrascht und sehr erfreut, dass eine fünfköpfige Gruppe einer deutschen Schule Teil dieser Bewegung in Polen sein möchte. Trotz der überschaubaren Anzahl der Teilnehmer (ca. 30 Leute) hatten wir alle sehr viel Spaß. Wir tanzten und sangen gemeinsam und einige, so auch wir, wurden gebeten, einige Worte über den Zusammenhalt Europas und die momentane Situation zu sagen. Mit Hilfe von Dolmetschern konnten wir uns mit den polnischen Teilnehmern verständigen. Obwohl wir nur eine relativ kleine Gruppe waren, haben wir ein Zeichen gesetzt und waren Teil von etwas Großem. Wir waren Teil einer Bewegung welche sich in zahlreichen Ländern Europas erfolgreich für Zusammenhalt und Frieden einsetzt. Pulse of Europe war ein sehr eindrückliches Erlebnis und zählt definitiv zu unseren Highlights der Klassenfahrt nach Polen. (Bianca)

Am Donnerstag haben wir die Schule in Olsztyn besucht. Als erstes haben wir mit den polnischen Schülern zusammen eine Stadtrallye gemacht, bei der wir die Stadt und auch die Schüler besser kennenlernen konnten. Die Schüler sprachen alle sehr gut Deutsch und wir haben uns direkt gut mit ihnen verstanden. Danach haben wir den Deutschunterricht besucht und Plakate zum Thema ‘Ostern in Polen und in Deutschland’ gemacht, wobei man gemerkt hat, dass es zwar einige verschiedene Traditionen gibt, aber sich das Fest in beiden Ländern im Grundsätzlichen kaum unterscheidet. Auch im Matheunterricht, den wir am nächsten Morgen besucht haben, hat man gemerkt, dass die Lehrer, zumindest in dieser Schule, nicht sehr streng sind und ein gutes Verhältnis zu den Schülern haben. (Klara)

Am letzten Tag vor der Abreise sind wir in die Hansestadt Danzig gefahren und haben das gerade eröffnete Museum des zweiten Weltkriegs besucht. Das Museum ist chronologisch aufgebaut und beginnt so, dass man einen klaren Einblick in die damaligen Ursachen des sich anbahnenden Krieges hat. Auch werden im gesamten Museum immer viele Länder und deren Situation im Krieg betrachtet, wodurch man einen sehr guten Überblick über die damalige Situation erhält. Auch war es durch viele Filme, durch die Gestaltung der Räume im Museum und durch die Erzählungen von Zeitzeugen ein sehr einprägsames und klares Bild, das man vom zweiten Weltkrieg bekam. Das Museum kann man nur weiterempfehlen, nicht nur für Schüler, die keine Lust auf trockenen Geschichtsunterricht haben, sondern eigentlich für alle Menschen, da jeder über die schrecklichen Ausmaße von Krieg Bescheid wissen sollte.
Nach dem Museum sind wir noch in die Altstadt, um einen Geheimtipp von Herrn Koller zu nutzen, und haben in einem kaschubischen Restaurant fernab der Touristenstraßen traditionell gegessen. Danach ging es auf eine sehr mühsame Rückfahrt, die durch Sperrungen, Feierabendverkehr und Staus circa vier Stunden ging. (Jakob)

 

Im nächsten Jahr soll wieder ein „normaler“ Austausch mit Olsztyn stattfinden, wo die Schüler bei Familien übernachten und das alltägliche Leben in Offenburgs Partnerstadt noch intensiver erlebbar ist. Dann kommen die polnischen Schüler auch wieder als Gäste nach Offenburg. Aber Besichtigungen und Ausflüge werden auch 2018 Teil des Austauschprogramms sein.

Jann Koller