Schueler
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Joachim Zelter

180 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen sowie der Jahrgangsstufe 1 des Oken-Gymnasiums hörten am 13. März aufmerksam zu, als Schriftsteller Joachim  Zelter zur Autorenlesung der Fachschaft Deutsch kam. Der 49-Jährige Tübinger, der in Freiburg im Breisgau geboren wurde, stellte den Schülern in der Mensa des Schulzentrums Nordwest Auszüge aus seinen Werken vor.
Joachim Zelter, der seit 1997 hauptberuflich freier Schriftsteller ist, wurde von Herrn Müller-Teufel vorgestellt. Den Auftakt der Lesung bildeten drei Kapitel des Buches „Die Würde des Lügens“, das die zwischenmenschliche Beziehung eines Jungen zu seiner hochnäsigen, adligen Großmutter thematisiert, welche auf den immer absurder werdenden Lügengeschichten des Jungen basiert. Nach einer kurzen Pause, in der einige Zuhörer Fragen an Herrn Zelter stellten, fuhr dieser mit seinem Buch „Briefe aus Amerika“ fort. Es ist eines seiner frühen Werke, das, wie er sagt, sehr autobiografisch ist, denn es thematisiert das turbulente Leben eines Deutschprofessors an der amerikanischen Eliteuniversität Yale: eine Erfahrung, die Zelter selbst gemacht hat.

Darauf las Zelter den Zuhörern aus seinem neuesten Buch „Der Ministerpräsident“ vor. Es ist angelehnt an den Fall des ehemaligen Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus, der an Neujahr 2009 einen Skiunfall hatte und anschließend ins Koma fällt und wieder mit Gedächtnisverlust aufwacht Er erinnert sich an fast nichts, erkennt seine Frau nicht, weiß aber, dass er Ministerpräsident bleiben will.

Lehrer wie Schüler waren sehr aufmerksam und interessiert, schon weil der Autor seine ironisch-satirischen Werke lebendig und witzig vortrug. Für die Zuhörer war es eine willkommene Abwechslung, sich mit einem lebenden Schriftsteller auseinander zu setzen, da sie selbst oft nur mit toten Künstlern der Literatur zu tun haben.

Zelter gewinnt die Inspiration und Ideen für seine insgesamt zehn Bücher weitgehend aus eigenen Erfahrungen.

Die Schüler bekamen einen interessanten Einblick in das Leben eines Schriftstellers, der erklärte, wie aufwändig der Entstehungsprozess eines literarischen Werks ist und wie wenig der Autor selbst daran verdient: ganze 8% vom Verkaufspreis gehen an den Ideenproduzenten. Der alleinstehende Schriftsteller verriet den Schülern und ihren Lehrkräften auch noch seine Lieblingsbücher: „Der Tod und ich, wir zwei“ von Arnold Stadler und „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde.

Nicolas Schreiber, 10. Klasse

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