Schueler

Frederick Tag am Oken

Die erforderliche Distanz war gewahrt, als Patrick Hertweck am 13. Oktober das Oken-Gymnasium besuchte. Die Stühle im Musiksaal waren im Corona-Abstand aufgestellt, die Fenster geöffnet. Dennoch präsentierte sich der erfolgreiche Jugendbuch-Autor als Schriftsteller zum Anfassen.

Locker und gut gelaunt erzählte Patrick Hertweck den gebannt lauschenden Sechstklässlern, wie er auf die Idee zu seinem Buch „Tara und Tahnee“ gekommen ist. Eine Bronchitis war‘s, die ihn ins Wartezimmer des Arztes führte. Einzig verfügbare Zeitschrift dort war ein Reisejournal über die Westküste der USA. Dies war die Geburtsstunde seines neuen historischen Abenteuerromans, der im Frühjahr dieses Jahres erschienen ist und dessen Handlung in Kalifornien zur Zeit des Goldrausches spielt. Aus diesem Roman las Hertweck den Schülerinnen und Schülern eine spannende Stelle vor. Dass er zudem viel Zeit für Fragen und ein Gespräch mit den Jugendlichen eingeplant hatte, erwies sich als Volltreffer. Wie sieht ihr Alltag als Schriftsteller aus? Wie haben Sie einen Verlag gefunden? Wie kamen Sie auf die Idee, Schriftsteller zu werden? Warum gibt es in Ihren Büchern viele weibliche Hauptfiguren? Hertweck berichtete begeistert von durchgearbeiteten Nächten in seinem Stammcafé, in das er sich häufig zum Schreiben zurückzieht. Vom Glück des Lesens, das uns ermöglicht, in der Phantasie zu reisen und spannende Abenteuer zu erleben. Und von seinem Entschluss, selbst solche Geschichten zu erfinden und die Leserinnen und Leser mit auf große Reisen zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler hatten den diesjährigen Frederick Tag am Oken mit besonderer Spannung erwartet, denn Sie hatten sich bereits auf eine solche Reise entführen lassen – sie hatten Hertwecks Erstling, „Maggie und die Stadt der Diebe“, als Klassenlektüre gelesen. Mit sichtlicher Freude beantwortete Patrick Hertweck Fragen, die nur wahre Experten stellen können: Was hat es mit Dandy Dolan auf sich? Wie kam der Autor auf die Figur des Goblin? Gab es die Whyos wirklich?

Insofern war dieser Vormittag für den Autor so etwas wie ein Heimspiel – kein schlechter Ort, um zum ersten Mal einer Schulklasse seinen neuen Roman vorzustellen. Ganz schön nervös sei er vor dieser Premiere, gestand er seinem Publikum zu Beginn mit entwaffnender Offenheit. Dass ihm seine jungen Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Reise in den Wilden Westen gespannt folgten, jede Menge Fragen an ihn hatten und am Schluss Wert auf eine persönliche Widmung im mitgebrachten oder neu erworbenen Buch legten, spricht eine klare Sprache. Diese Premiere war ein voller Erfolg!

Im Rahmen des landesweiten Literatur-Lese-Festes „Frederick Tag“ findet am Oken-Gymnasium jedes Jahr aufs Neue die Begegnung mit einem Schriftsteller statt. Dies ist nur mit der Unterstützung des Freundes- und Förderkreises unserer Schule möglich. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür!

I. Walter