Schueler

Verdun-Exkursion

Zweitägige Geschichtsexkursion zu Schauplätzen des Ersten Weltkrieges:

Das Unfassbare ein stückweit fassbar gemacht!

Verdun/Metz/Offenburg. Diese Exkursion wird allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Knapp 50 Oken-Schüler waren kurz vor den Pfingstferien zusammen mit den Geschichtslehrern Claudia Westermann, Helge Schröder und Norbert Wickert sowie „Dolmetscherin“ Florence Mochel in Verdun und Metz unterwegs, um hier vor Ort auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges mehr über die schreckliche Vergangenheit der einst in Erbfeindschaft, inzwischen in tiefer Freundschaft verbundenen Nachbarvölker Frankreich und Deutschland zu erfahren.

Ein strammes Programm, von „Geschichtsprofessor“  Schröder fachkundig  und durchdacht zusammengestellt, führte die Junghistoriker  aus Offenburg zu zentralen Schauplätzen  und  Gedenkstätten des Ersten Weltkrieges in Lothringen, wie etwa zum französische Fort Douaumont, zum ganz in der Nähe liegenden imposanten Beinhaus von Douaumont mit dem großen Soldatenfriedhof, zum absolut empfehlenswerten Museum „Memorial de Verdun, und durch das verschwundene Örtchen Fleury sowie zur sehr guterhaltenen deutsche Festung „Wagner“,  die in der Zeit von 1904 bis 1910 als Teil der kaiserlichen Großfestung Metz erbaut wurde und die Aufgabe hatte, das Seille-Tal gegen französische Angriffe zu verteidigen. Kulturell abgerundet wurde die zweitägige Exkursion  durch die Besichtigung der prächtigen, im gotischen Baustil erbauten  Kathedrale in der Altstadt von  Metz sowie durch den Besuch des dortigen „Centre Pompidou“, eines in hochmoderner Architektur erbauten Kunstmuseums, das als Dependence des „Centre Georges Pompidou“ in Paris in seiner Sammlung alle Formen zeitgenössischer Kunst beherbergt.

Das Unfassbare ist ein Stück weit fassbarer geworden –  so oder ähnlich könnte das Fazit der kleinen, aber intensiven Studienreise ins sonnige Lothringen lauten. Zwar hat die Natur die einstige Mondlandschaft und die Schützengräben längst zurückerobert. Gras ist über die wellige Hügellandschaft gewachsen. Aber noch immer prägen Bunker, Massenfriedhöfe und Überreste ausgerotteter Dörfer heute den Landstrich. Das Erbe des Ersten Weltkrieges ist in Verdun noch heute spürbar. An keinem Ort ist dies heutzutage so greifbar wie beim Gang durch das französische Fort Douaumont, die größte und stärkste Verteidigungsanlage der Festung Verdun. Hier wird der Besucher orientierungslos  durch ein unterirdisches Labyrinth gelotst, es ist feucht und kalt, finster und modrig, beklemmend und unheimlich. Kaum vorstellbar, welchen physischen und psychischen Belastungen die damalige Besatzung unter starkem Trommelfeuer und Granatenbeschuss in Todesangst ausgesetzt war.

N. Wickert