Schueler

Festlicher Abend im Zeichen der Verwandlung

Badische Zeitung, Donnerstag 13. Juli 2017

Das Oken-Gymnasium verabschiedet 83 Abiturientinnen und Abiturienten, zeichnet hervorragende Leistungen aus und feiert den Start in den nächsten Lebensabschnitt.

OFFENBURG (BZ). Die Reithalle leuchtet in festlichem Blau, als 83 Abiturientinnen und Abiturienten des Oken-Gymnasiums zu den getragenen Klängen des Films „Transformers“ einmarschieren. Um Verwandlung und Neuorientierung ging es an diesem Abend.
Michaela Burger und Christoph Gräßle, Lehrer am Oken-Gymnsium, führten durch das Programm. Sie griffen das Motto des Abitur-Jahrgangs auf: „Abiversal Studios – ein filmreifer Abgang“. Was hier geboten werde, sei ganz großes Kino, so Burger und Gräßle. Auch Oberstudiendirektor Stefan Joost, Schulleiter des Oken-Gymnasiums, bezog sich in seiner Rede auf das Motto der Abiturienten. Eine Filmproduktion gehe zu Ende – Titel: „Abitur 2017“. Er freue sich, den 83 Akteuren dieser Produktion am heutigen Tage ihre Prämierungen überreichen zu dürfen. Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Es sind sogar Oscars dabei!“ Doch auch nachdenklich stimmende Worte hatten ihren Platz in Joosts Rede. Dass im Leben immer alle Pläne wie gewünscht funktionieren, sei nicht garantiert. Der bereits zur Zeit der römischen Antike geprägte Satz „Nur ein schlechter Plan erlaubt keine Änderung“ bringe dies auf den Punkt. Joosts warnte davor, den all zu einfachen Antworten Glauben zu schenken. Das „Rätsel des Lebens“, so zitierte Joost Heinrich Heine, müsse ein jeder immer wieder aufs Neue selber lösen. Der Schulleiter schloss mit den Worten: „Beantworten Sie die Fragen, die das Leben für Sie bereithält, mit einer hohen Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen.“

Die Elternvertreter, Evelin Frattini und Peter Bühler, verabschiedeten die ehemaligen Schülerinnen und Schüler mit einer bewegenden Rede. Nichts stehe unverbrüchlich fest – wer A sage, müsse nicht automatisch B sagen, wie schon Brecht formuliert hat. Zuversicht, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen seien wichtige Eigenschaften für den Lebensweg, aber auch die Gelassenheit, diesen in der eigenen Geschwindigkeit zu gehen. Sie sprachen dem Team des Oken-Gymnasiums einen großen Dank aus.

Zwischen den Redebeiträgen sorgten musikalische Darbietungen für einen stimmungsvollen Rahmen. Für einen Gänsehautmoment sorgte der Auftritt des Chors von Abiturientinnen mit „Million Reasons“ von Lady Gaga. Die ausdrucksstark dargebotene Ballade trieb so manchem Zuhörer Tränen in die Augen und wurde mit tosendem Applaus belohnt.

Stellvertretend für alle Abiturientinnen und Abiturienten verabschiedeten sich Jolanda Ockenfuß und Alicia Meier von der Schule. „Der Mensch ist entwickelt, nicht erschaffen“. Dieses Zitat von Lorenz Oken stellten sie an den Anfang ihrer berührenden Rede, in der es um stete Entwicklung und Veränderung ging. Was werden die Abiturienten vermissen? Mit Sicherheit „das befriedigende Gefühl, mal wieder etwas verstanden zu haben“. Der Wunsch der Festrednerinnen für die Zukunft: Kritisch sein und bleiben, sich den Herausforderungen des Lebens mit einem Lächeln im Gesicht stellen, im Bewusstsein der eigenen Stärken.

Im Anschluss an die Zeugnisübergabe wurden die Preise verliehen – die „Oken-Oscars“. Den Leistungspreis der Schule für ihren überragenden Notendurchschnitt erhielten Moritz Stahlberger (1,0) und Paula Beyer (1,1). Die höchste Auszeichnung wurde Moritz Stahlberger zuteil, der aufgrund seiner Traumnote 1,0 den Abiturpeis der Offenburger Bürgerstiftung St. Andreas erhielt. Zudem erhielt er den diesjährigen Scheffelpreis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch, den Preis für die beste Leistung in Französisch sowie den Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Paula Beyer erhielt zusätzlich zur Auszeichnung für ihr Gesamtergebnis den Leistungspreis für das Fach Englisch. Weitere Preise erhieltenVincent Frattini (Geographie), Benedikt Stahl (Gemeinschafskunde), Slava Gromov (Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft), Karola Kovacs (Biologie), Marvin Kumlin (Südwestmetall Schulpreis Ökonomie für sehr gute Leistungen im Fach Wirtschaft) und Jana Anti (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker sowie den Preis der Volksbank für sehr gute Leistungen im Fach Mathematik. Milo Skupin-Alfa erhielt die Alfred-Maul-Gedächtnismedaille (Sport) und Moritz Strosack den Preis für Handball. Preise für schulisches Engagement erhielten Philipp Rist (Veranstaltungstechnik) und Roberta Bobita (Schulsanitätsdienst)

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde in der Schwarzwaldhalle Appenweier weitergefeiert. Die gesamte Stufe verabschiedete sich mit dem Lied von Andreas Bourani „Auf uns“. Wahrlich ein filmreifer Abgang!

Preisträger