Schueler

1969: Koedukation

1963: Ein eigenes Schulgebäude

Das große Ziel, ein der Vollanstalt entsprechendes eigenes Schulgebäude zu besitzen, dieser sehnliche Wunsch der Lehrer und Schülerinnen sollte erst nach langen Kämpfen 1963 in Erfüllung gehen. Auf den Waldbachwiesen wurde dieses Schulhaus mit 14 Normalklassen und einem Sonderklassentrakt durch das Städtische Hochbauamt erstellt. Erst damit hatte eigentlich die lange, schwere Nachkriegszeit ihr Ende gefunden.

1969: Gymnasium mit Koedukation

Als das neue Schulhaus eingeweiht wurde, ahnte noch niemand, wie schnell es zu klein werden sollte. Der Zugang zu den Gymnasien vergrößerte sich sprunghaft. Nach einem knappen halben Jahrzehnt mussten schon wieder die Baumaschinen anrollen, und 1969 feierte man wieder Einweihung. Sie galt einem Erweiterungsbau von 19 Klassenzimmern und zusätzlichen Sonderräumen. Dazu kam eine umwälzende Neuerung, die das Gesicht der Schule völlig veränderte: Die Koedukation wurde eingeführt. Nun konnte nicht nur die Tochter in die frühere Schule der Mutter gehen, sondern auch der Sohn. 300 Jungen des an Raumnot leidenden Schillergymnasiums und die entsprechende Anzahl Lehrer wurden übernommen. Schließlich wurde 1970 noch die Großturnhalle in Betrieb genommen. Aus der bescheidenen Schule von 247 Schülerinnen (1925) hatte sich ein großes Gymnasium entwickelt, das mit 1127 Schülern und Schülerinnen (1974/75) seine bislang höchste Schülerzahl erreicht hat.

Hundert Jahre einer Schule! Welche Neuerungen brachte beinahe jedes Jahrzehnt, wie mussten Fortschritte erkämpft werden! Wie hat sich das Gesicht der Anstalt gewandelt! Manche werden in diesen Tagen Rückschau halten, zurückdenken an ihre Jugend und an ihre alten Lehrer. Beim Treffen der „Ehemaligen“ am 19. April werden sich vielleicht Schulfreundinnen wiedersehen, die einst als junge Mädchen voneinander Abschied genommen haben und sich nun als Großmütter gegenüberstehen. Man möchte hoffen, dass nicht wenige nach kritischer Prüfung sagen werden: Die Schulzeit war doch die schönste Zeit.

(Quelle: O.K. – Badisches Tagblatt, 17. April 1975 (gekürzt))